Kurzfassung
Was bleibt: Druck, ein unerwarteter Anlass und ein Link, der woanders hinführt als er vorgibt.
- Rechtschreibung ist kein Kriterium mehr.
- Jede Mail, die zur Eile drängt, verdient einen zweiten Blick.
- Im Zweifel: nicht antworten, sondern selbst anrufen.
Die sechs Merkmale
Keines davon beweist etwas allein. Zwei zusammen genügen für Misstrauen.
- Zeitdruck: heute noch, sonst wird gesperrt
- Ein Anlass, den Sie nicht erwartet haben
- Eine Aufforderung, Zugangsdaten einzugeben
- Ein Link, dessen Ziel beim Darüberfahren anders lautet
- Ein Anhang, den Sie nicht angefordert haben
- Eine Absenderadresse, die nur fast stimmt
Der gefährlichste Fall im Betrieb
Nicht die Bank-Mail, sondern die vermeintliche Nachricht des Chefs an die Buchhaltung: eine dringende Überweisung, vertraulich, bitte sofort. Sie kommt oft, wenn der Chef nachweislich im Urlaub ist – das steht auf der Website oder bei LinkedIn.
Die Gegenmaßnahme ist kein Programm, sondern eine Regel: Zahlungen ab einer festgelegten Höhe werden mündlich bestätigt. Immer, ohne Ausnahme, auch wenn es unangenehm ist.
Was nach einem Klick zu tun ist
Ruhe. Ein Klick allein ist selten der Schaden – die Eingabe von Daten ist es.
- Passwort des betroffenen Dienstes sofort ändern, von einem anderen Gerät
- Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten, falls noch nicht aktiv
- Bei Bankdaten: Institut anrufen, nicht mailen
- Den Vorfall im Team offen ansprechen – Schweigen kostet mehr